
Die Referentin Barbara Thomas leitet das Terra-Sigillata Museum in Rheinzabern.
Das rheinland-pfälzische Örtchen Rheinzabern versteckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag: In der römischen Zeit befand sich hier ein europaweit einzigartiger Produktionsstandort für Baukeramik und hochwertige Gefäße, die Terra Sigillata. Bis zu 5.000 Leute lebten in der Zeit um 200 n. Chr. im römischen Tabernae. Händler aus allen Himmelsrichtungen gingen ein und aus, um die Keramik bis nach England und entlang der ganzen Donau zu verkaufen. Der Vortrag beleuchtet lebendig die Entwicklung von der Raststation an der römischen Fernstraße zum Töpfer-Vicus mit Weltruhm und lässt dabei auch den Alltag der Menschen nicht außer Acht.
20.11.2026: Faszination Terra Sigillata: Wirtschaftliche, technische und soziale Aspekte der Rheinzaberner Großproduktion und ihr wissenschaftliches Erbe. Referent: Manuel Thomas.
Samtig-glatt, rot glänzend und perfekt für feine Speisen geeignet: Das römische Tafelgeschirr „Terra Sigillata“ erfreute sich im römischen Reich allgemeiner Beliebtheit. Im 2. und 3. Jh. n. Chr. war Rheinzabern der größte Terra-Sigillata-Produktionsstandort im Imperium Romanum. Über 400 Herstellerbetriebe sind namentlich bekannt. Die enormen Ausgrabungen in Rheinzabern mit über 85.000 qm haben viele Details zur Organisation des lokalen Töpfer-Handwerks und den technischen Kniffen der Produktion ans Licht geholt. Generationen von Forschern haben daran mitgearbeitet, der Terra Sigillata ihre Geheimnisse zu entlocken. Tauchen Sie ein in diese Welt der „gestempelten Erde“ und erfahren Sie, was man aus den Scherben lesen kann.
Die Vorträge sind kostenfrei. Spenden sind willkommen!